

Kein Blablabla sondern LaLeLu
Wenn Stimmgewalt und Showtalent ein ganzes Orchester ersetzen.
Im April waren sie wieder in Rostock und haben das „neue“ Moya ganz ohne Instrumente gerockt und die Bauchmuskeln der Rostocker trainiert. Das Fitnessstudio kann man sich einem LaLeLu-Konzert erstmal sparen. In ihrem Programm „Große Kunst. Für richtig viel Geld“ nehmen sie ihre Zuschauer mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte und Genres: von der Kunst, erfolgreiche Kontaktanzeigen zu schreiben, über die Kunst, seine Kinder zu erziehen bis hin zur Kochkunst. LaLeLu, alles andere also als Gute-Nacht-Musik, das sind Sanna Nyman, Tobias Hanf, Jan Metzer und Sören Sieg. Wir haben sie vor Ihrem Auftritt im Moya für euch getroffen.
SZENE: Sanna, in deinem Steckbrief beschreibst du deine Bandkollegen in einem Wort als „Tobi: Heart. Jan: Balls. Sören: Brain“ – Was bist du dann?
SANNA: Hahaha. Das habe ich geschrieben?
JAN: Ich bin Balls? Ja, doch... das ist super! Fat!
SANNA: Was bin ich? Ich bin vielleicht das Östrogen? Sex pur? Moment Heart, Brain, Balls... and Soul!!! Body and soul. Und dazu noch ganz bescheiden.
SZENE: Seid Ihr alle damit einverstanden?
SANNA: Na klar, es ist so! Man kann es nicht anders sagen.
SZENE: A cappella und comedy – komische Mischung, werden viele sagen. Dabei spielt ihr alle mehrere Instrumente. Warum habt ihr euch entschieden, nur so selten Instrumente in euren Shows einzusetzen?
JAN: Erstmal natürlich wegen des Gewichts.
TOBI: Es schont den Rücken. Sanna: Wir wollen nicht schleppen.
JAN: Ich glaube in jedem guten Instrumentalisten schlummert auch ein Sänger. Man lernt immer, dass man atmen soll und dadurch entsteht auch die Lust zu singen. Und A Cappella ist der Gipfel des Gesangs.
TOBI: Man kann ja auch mit der Stimme jedes Instrument nachahmen – von der Geige bis zum Bass oder verschiedene Klangeffekte – das fasziniert auch die Zuschauer. Wir stehen da vorne nur mit vier Mikros und daraus entstehen viele kleine Welten.Die Stimme ist das unerschöpflichste, variationsreichste Instrument überhaupt. Nirgendwo klingen Akkorde so geil wie mit Stimmen gesungen. Deswegen haben wir uns zusammengefunden. Akkorde die zu viert gesungen werden, da entsteht eine Energie die man anders nicht herstellen kann.
SZENE: Eure Kunst ist eine Mischung aus a cappella-Gesang, Comedy und nach Sörens Aussage vor allem auch Theater. Seit dem letzten Programm macht Ihr unter anderem politisches Kabarett bzw. „kabarettistische Lebensberatung“. Wo geht die Reise hin? Gibt es was, was Ihr euch für die nächste Zukunft vorgenommen habt?
TOBI: Boah... Wir suchen uns immer ein Thema, weil man da mit a cappella drum rum rakeln kann. Das nächste Programm steht erst 2013 an, da gehen die Gedanken im Moment noch nicht so tief.
JAN: Außerdem steht ja jetzt gerade der Wechsel an und wir arbeiten den Neuen gerade ein und bringen ihn auf den aktuellen Stand. Das beschäftigt uns gerade.
TOBI: Im Moment haben wir ja das Deutschland-Programm und auch das Programm über die Kunst. Das ist ein Thema das erstaunlicherweise sehr reich ist. Und so wird es auch für das nächste Programm ein Thema geben.
SANNA: Sicher wird uns auch der neue Sänger, Frank Valet, inspirieren. Daraus wird sich das neue Thema und die neue Richtung auch ergeben.
SZENE: Apropos der Neue: Sören, du hast dich entschlossen nicht mehr auf der Bühne zu stehen und in den Hintergrund zu treten. Warum?
SÖREN: Ich mach das ja jetzt schon seit 18 Jahren mit LaLeLu und jetzt wollte ich mal was Neues machen. Und ich mach das seit 3 Jahren – zwei Berufe (ich hab ja auch immer die Programme geschrieben). Und jetzt noch das Bücherschreiben, das wird einfach zu viel. Und jetzt habe ich den Vertrag mit Ullstein und wenn ich das jetzt nicht nutze, dann mache ich es nie mehr in meinem Leben. Ich will diese Gelegenheit beim Schopfe ergreifen.
SZENE: Am 20. Mai werdet ihr ja wieder in Rostock auftreten, diesmal allerdings im planb-restaurant bei einer Dark-Dinner-Show. Bei völliger Dunkelheit sollt Ihr die Leute unterhalten. Wie habt ihr reagiert als eure Managerin euch mit der Idee eines LaLeLu-Auftritts im Hand-vor-Augen-nicht-sehen-können-Dunkeln konfrontiert hat?
Begeistert. Klingt spannend. Müssen wir unbedingt mal ausprobieren. Haben wir noch nie gemacht.
SANNA: Ich hab das noch nie gemacht. Also als Gast.
SÖREN: Ich hab das grad zum mit meinen Kindern gemacht. Die waren total begeistert! Besonders der Kleine ist sonst gar nichts. Er war begeistert, dass er mit Fingern essen konnte. Und er hat fast alles gegessen. So viel hätte er bei Licht nicht gegessen. Garantiert!
JAN: Ich hab mal eine Bierverkostung im Dunkeln gemacht. Vor allem Jever war das ekligste. Widerlich! Und eigentlich ist Jever ja total beliebt. Aber im Dunkeln ist das total eklig. Nochmal zur Idee wir fanden das auch besonders spannend, da wir als „Rampensäue“ total auf den Text und die Musik zurückgeworfen sind. Das ist eigentlich so großartig und spannend.
SANNA: Ja und auch als Musiker ist das total interessant, weil theoretisch hören wir auch besser und damit arbeiten wir ja und das finde ich total spannend. Ob wir jetzt total sauber singen, das interessiert mich total.
TOBI: Ja oder das Gegenteil.
SZENE: Kein Augenkontakt mit dem Publikum, Mimik und Gestik bleiben im Verborgenen. Was meint ihr, was für Implikationen das haben wird? Habt ihr euer Programm an die Totale Dunkelheit angepasst?
SANNA: Es gibt schon einige Titel, da spielt das optische eine große Rolle und die müssen wir ja weg lassen. Wir müssen dann Nummern nehmen, die musikalisch sehr stark tragen, denn wie gesagt, die „Rampensau“ läuft ja nicht.
Also, liebe Rostocker. Ihr wollt mehr von LaLeLu? Dann jetzt noch schnell Tickets für die Dark-Dinner-Show am 20. Mai im planb-restaurant sichern und kulinarisch, musikalisch und komödiantisch ordentlich was erleben.
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