

We fuck you like the supermen!
Vor, ja doch, langer Zeit, am 26.5.1967, veröffentlichte die englische Gruppe The Beatles ein bürgerlich-psychedelisches Album mit dem zwielichtigen Titel: “Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“. Das heißt, vor 45 Jahren. Womit die Platte mittlerweile quasi älter ist als die DDR, aber international immer noch die besseren Kritiken bekommt. Sicher, die Beatles waren auch nicht durchgängig beliebt, man denke an Debatten über lange Körperbehaarung, anstößig-religiöse Songs (My Sweet Lord, Fixing A Hole) und Yoko Ono, aber immerhin waren sie keine Kommunisten. Obwohl sie so aussahen. Weil jedoch musikalisch für alle etwas dabei war, einigte man sich darauf, die Beatles lieber als „Künstler“ zu bewerten. Oder zu entschuldigen. Künstlerisch enorm beliebt war z.B. die Sache mit der Auslaufrille. Das ging so: Für zwei Sekunden ist auf der Auslaufrille der zweiten Plattenseite von „Sgt. Pepper“ Gebrabbel zu hören. Pures Dynamit, wie damals spekuliert wurde. Und man wollte darin nichts Geringeres als wahlweise „We fuck you like the supermen“, eine Hundepfeife oder „Will Paul return as Superman“ gehört haben. Mit Paul war dort der angeblich verstorbene Paul McCartney gemeint, der gar nicht verstorben war, sondern eher erschreckend redselig: „Fixing a hole handelt von einem Loch in der Straße, das von Regenwasser gefüllt wird, ein guter, alte Vergleich – das Loch in deinem Make-up, das den Regen hereinlässt und verhindert, daß deine Gedanken machen, was sie wollen. Es ist, als wenn du dich in Dinge einmischst, als wenn jemand zu dir kommt und sagt: „Ich bin der Sohn Gottes.“ Und du sagst: „Nein, bist du nicht; ich werde dich kreuzigen“, und du kreuzigst ihn. Ja, so ist das Leben, aber es schließt kein Loch.“
Nun, zwei Dinge sind wohl klar. Es wäre besser, wenn Paul McCartney nicht mit Superkräften ausgestattet zurückkehrte, und - McCartney hatte damals womöglich mit Drogen zu tun! Und ganz offensichtlich nicht mit solchen, die John Lennon dazu brachten, von Marmeladenhimmeln, Zeitungspapiertaxis und Kaleidoskopaugen zu berichten. Ach, was für Zeiten. Songs hießen einfach „Being for the benefit of Mr. Kite“ oder „Lucy in the sky with diamonds“, schrieben mal eben Popmusikgeschichte und waren darüber hinaus auch noch ein bombastischer kommerzieller Erfolg.
Und heute? Heute müßte man sein Album schon mindestens „Die Rache der Wanderhure“ nennen, um ein breites Publikum zu finden. Oder, weil ja jede Pfeife inzwischen Musik machen darf: „Wenn Worte meine Sprache wären“. Eine Aussage, die in etwa so sinnvoll ist, als würde man behaupten, daß man sich durchaus vorstellen könnte, beim Atmen auch mal Luft zu holen.
Aber wer weiß, vielleicht versteht man das alles in 45 Jahren. Bis dahin lassen wir uns allerdings lieber weiter von „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“ bearbeiten. Und zwar volle Kanne, inklusive Auslaufrille!
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