Sie ist Weltstar, Pop-Diva und Schwulen-Ikone. Madonna steht seit Jahrzehnten in den Schlagzeilen. Immer wieder tritt sie dabei auch für die Rechte von Schwulen und Lesben ein und nutzt ihre Popularität und Promistatus. Nun droht Russland Madonna mit Strafe und Haft. Alles über die unfassbaren Drohungen aus Osteuropa weiß Stevie.
"Ich werde nach St. Petersburg fahren und mich für die Gay Community aussprechen und Stärke und Inspiration jedem geben, der unterdrückt ist oder sich so fühlt." Dies teilt das Management von Madonna auf Anfrage per E-Mail mit. Aber fangen wir von vorn an! Was ist genau passiert und warum sind die russischen Politiker am „durchdrehen“? Popstar Madonna hat sich mit ihrer Ankündigung, an einem Konzert in St. Petersburg im August festzuhalten und sich dabei für Homo-Rechte stark zu machen, nicht nur Freunde gemacht. Nun droht ihr heftiger Ärger mit der Stadt. Angefangen hatte alles mit einem Gastbeitrag eines russischen Journalisten für die "New York Times". Anlässlich der Verabschiedung eines Gesetzes in St. Petersburg, das "Werbung" für Homosexualität unter Strafe stellt und damit praktisch Aufklärung, Beratung und Demonstrationen verhindert, forderte er Unternehmen auf, das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Juni zu boykottieren. Auch solle Madonna ihr Konzert im August absagen. Seit Monaten gehen Regierung und Polizei massiv gegen Schwule und Lesben in Russland vor. Verhaftungen stehen auf der Tagesordnung und sogar Foltervorwürfe stehen im Raum. Demonstrationen und freiheitliches Denken und „Anders sein“ werden mit Gewalt niedergeschlagen (szene berichtete). Die EU hat die russische Regierung aufgefordert, die Menschenrechte zu respektieren. Und nun melden sich auch Promis immer öfter zu Wort, zuletzt nun Madonna. Ihr Konzert in St. Petersburg abzusagen, kommt für den Superstar wohl kaum in Frage, denn eine Pop-Ikone wie Madonna ist so leicht nicht zu vertreiben! Im Gegenteil: Madonna hatte daraufhin der Nachrichtenagentur Reuters per Email verkündet, sie sehe sich als "Friedenskämpferin“. Sie wolle während ihrer Show das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" deutlich kritisieren. Die homophoben Stadtväter von St. Petersburg wollen Madonna notfalls anzeigen, sollte sie tatsächlich Kritik an dem neuen Gesetz üben. Madonna droht damit eine hohe Geldstrafe, natürlich in Euro oder je nach Wortwahl könnte Madonna auch auf der Bühne festgenommen und abgeführt werden. Nun hat Vitaly Milonow, der Initiator des Gesetzes, das im Februar in Kraft getreten ist, angekündigt, "er sei bereit, einige Stunden ihres Konzerts persönlich zu erleiden", um "den moralischen Inhalt zu kontrollieren". Er will Madonna notfalls anzeigen, sollte sie tatsächlich durch Kritik an dem neuen Gesetz gegen ebendieses verstoßen. St. Petersburg droht somit ein weiteres PR-Desaster. Milonow meint nämlich seine Drohungen Ernst: Er ließ bereits entsprechende Ermittlungen gegen den Organisator eines Konzerts der deutschen Band Rammstein einleiten, weil auf der Bühne ein "schamloser homosexueller Akt" vorgeführt worden sei, während das Konzert ab 14 Jahren zugänglich war (das Gesetz wird offiziell mit dem Jugendschutz begründet). Vor Ort ist die Meinung über das Konzert von Madonna in St. Petersburg (sowie über ein weiteres in Moskau) gespalten. Viele Aktivisten freuen sich, dass der Popstar für sie Partei ergreift. Zehntausende posten derweilen auf Madonnas Facebookseite und unterstützen den Weltstar. Madonna ist derzeit weltweit wieder ganz oben in den Charts mit ihrem neuen Album MDNA.
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